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Die EntMythifizierung des Gehirns

Wir haben im Alltag das Gefühl, dass wir die Außenwelt direkt erleben würden. Das stimmt aber nicht. Denn die Objekte, die wir jetzt wahrnehmen, mussten vorher durch unsere Sinnesorgane zu elektrischen Signalen umgewandelt werden. Danach wanderten diese Signale durch verschiedene Areale und im Gehirn, wo sie elektrisch und chemisch bearbeitet wurden. Erst danach entstand diese Wahrnehmung. Das ist, wenn man so will, eine Reproduktion der ursprünglichen Signale der Außenwelt. Darum spricht man in der Wissenschaft von der Wahrnehmung als eine Abbildung (eine Kopie) einer real existierenden Außenwelt. Jede Reproduktion hat auch ihr eigenes Koordinatensystem. Darin wird die „Kopie“ dargestellt. Dabei wird die räumliche Lage des Objekts in einem Koordinatensystem als „Lokalität“ bezeichnet.

Nehmen wir nun an, wir wollen einen Baum abbilden. Dazu nehmen wir hundert Kameras,
die jeweils mit einem Display verbunden sind. Dann hätten wir nicht nur verschiedene Abbildungen des Baumes, weil er aus verschiedenen Blickwinkeln abgebildet wurde, sondern auch hundert verschiedene Lokalitäten. Denn in jeder Abbildung hat der Baum eine andere räumliche Lage bezogen zueinander. Wenn ich an einem Display auf den Baum zeige, dann beziehe ich mich nur auf die Abbildung, die in diesem Display dargestellt ist, und mein Zeigefinger wird nur auf die räumliche Lage dieses Displays zeigen. Ein anderer, der auch auf den Baum an einem anderen Bildschirm zeigt, liegt mit seiner Hand räumlich an einer anderen Stelle als ich. Das ist eine physikalische Selbstverständlichkeit.

Da unsere Wahrnehmung, wie gesagt, eine Abbildung (eine Kopie) der »Außenwelt« darstellt, die bei jedem von uns separat entsteht, wären wir somit lauter Kameras, die die »Außenwelt« auf unsichtbaren Monitoren darstellen. In diesen Monitoren wird die Position jedes Punktes aus der »Außenwelt« auf unser lokales Koordinatensystem abgebildet. Und weil jeder von uns an einer anderen Stelle im Raum steht, müsste auch die Lage jeder Abbildung bezogen zueinander unterschiedlich sein. Eine räumliche Übereinstimmung von auch nur zwei verschiedenen Darstellungen ist somit ausgeschlossen.

Erstaunlicherweise sind die Lokalitäten jedes Objektes in unserer Wahrnehmung identisch mit denen einer Wahrnehmung einer anderen Person; nur eben aus einem anderen Blickwinkel. Und wenn wir beide einen Ball fangen wollen, dann ist die räumliche Lage des Balls im selben Augenblick sowohl in meiner als auch in Ihrer Vorstellung identisch. Jeder unbeteiligte Beobachter würde sehen, wie wir uns auf einen gemeinsamen Punkt zubewegen, obwohl wir beide ihn jeweils in einer anderen Vorstellung erleben. Wie kann das eigentlich sein?

Hier wären wir auf erstaunliche Weise Zeuge der räumlichen Übereinstimmung verschiedener Abbildungen. Und dies erleben wir immer und überall.

Manche führen diese Übereinstimmung nun darauf zurück, dass diese Gegenstände ja draußen liegen, und daher müssen sie in unserer Wahrnehmung zwangsläufig räumlich exakt dargestellt werden. Aber wir sehen die Realität ja nie direkt, sondern als Reprouktion. Darum können wir nicht sagen, dass die Einheit der Lokalitäten in unserer Vorstellung irgendwie mit dem Original zu tun hat.

Wie aber kann die räumliche Darstellung verschiedener Abbildungen (unendlich viele) global so unendlich genau übereinstimmen, dass sie für alle einheitlich und identisch erscheint, wo theoretisch keine einzige Übereinstimmung möglich ist, da es sich um verschiedene Abbildungen aus unterschiedlichen Standpunkten handelt? Diese räumliche Übereinstimmung aller Objekte in verschiedenen Vorstellungen kann nicht Produkt des Zufalls sein. Es widerspricht einfach unseren Gesetzen der Physik und zwar kolossal.

Dieses Wunder kann nicht vom individuellen Gehirn produziert sein, weil davon alle Gehirne gleichzeitig “betroffen” sind. Dieses Phänomen erzwingt die Annahme der Existenz einer höheren Ordnung, die dafür sorgt, dass die Wahrnehmung bei jedem von uns als eine “Abbildung” ganz individuell entsteht und ganz privat erlebt wird und trotzdem alle Wahrnehmungen einen gemeinsamen Raum beschreiben, was physikalisch nicht möglich ist. Diese höhere Ordnung kann nur eine geistige Gesetzmäßigkeit verkörpern, die die Einheit des Bewusstseins darstellt. Würde unsere individuelle Wahrnehmung ganz isoliert in isolierten Gehirnen entstehen und von den anderen vollständig getrennt aufgebaut, so würde keine objektive, nie eine gemeinsame Realität entstehen.

Wir können schlussfolgern, dass das beschriebene Phänomen der “Einheit der Lokalitäten” beweist, dass das Gehirn keine bewusste Wahrnehmung bzw. Bewusstsein produzieren kann, was bis jetzt der materialistische Ansatz behauptete.